Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Seit 1950 verleiht der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, die Berufsorganisation der Verlage und Buchhandlungen in der Bundesrepublik Deutschland, den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Er ist mit einer Preissumme von 25.000 Euro verbunden, die von den Verlegern und Buchhändlern aufgebracht wird. Im Friedenspreis wird die Verpflichtung des Buchhandels, mit seiner Arbeit der Völkerverständigung zu dienen, eindrucksvoll sichtbar. Niemals fand ein von einem Berufsstand entwickelter und praktizierter Gedanke solch weltweite Anerkennung.


Die Frankfurter Paulskirche in den 1950ern
© Boris Spahn/Friedenspreisarchiv

Die Verleihung findet traditionsgemäß während der Frankfurter Buchmesse statt, die jeweils im Herbst (meist im Oktober) abgehalten wird. Überreicht wird der Friedenspreis im Rahmen einer Feierstunde in der Frankfurter Paulskirche, dem Tagungsort der Frankfurter Nationalversammlung (1848), die für die demokratische Entwicklung Deutschlands von historischer Bedeutung war. Die Feierstunde wird im jährlichen Wechsel von ARD und ZDF live übertragen.

Der Friedenspreis ist in der Obhut einer Stiftung. Die Preisträger ermittelt ein Stiftungsrat, der seine Entscheidung unabhängig und in vertraulichen Beratungen trifft. Im Statut des Friedenspreises heißt es: "Die Stiftung dient dem Frieden, der Menschlichkeit und der Verständigung der Völker. Dies geschieht durch die Verleihung des Friedenspreises an eine Persönlichkeit, die in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen hat. Der Preisträger wird ohne Unterschied der Nation, der Rasse und des Bekenntnisses gewählt. Der Preis wird in der Regel jährlich verliehen, er kann auch posthum vergeben werden."