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Neue Bücher der Friedenspreisträger

Einmal im Jahr veröffentlichen wir hier eine Liste der Bücher, die in den letzten Monaten von den Friedenspreisträgern veröffentlicht wurden. Zu bestellen sind sie wie immer beim Buchhändler Ihres Vertrauens.


Péter Esterházy „Esti“   
Hanser Berlin 2013            
368 Seiten, 24,90 €, ISBN 978-3-446-24145-9
Übersetzt von Heike Flemming. Péter Esterházy treibt sein Spiel mit der Identität in diesem Buch auf die Spitze. Er wird zu Kornél Esti, dem charmantesten Romanhelden der Literatur aus Ungarn, einer Erfindung des großen Schriftstellers Dezsö Kosztolányi. Esterházy schlägt Haken und Kapriolen, taucht ab - bis alles, jede Begebenheit, jeder Gedanke die Form von Kornél Esti annimmt.

Saul Friedländer „Franz Kafka“
Verlag C. H. Beck (München) 2012
252 Seiten, 19,95 €, ISBN 9783406637407
Übersetzt von Martin Pfeiffer. Franz Kafka, der wohl enigmatischste Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, begegnet in diesem Buch dem sanften, aufmerksamen, kritischen Blick des Historikers Saul Friedländers.

David Grossman „Aus der Zeit fallen“    
Carl Hanser Verlag (München) 2013             
128 Seiten, 16,90 €, ISBN 978-3-446-24126-8
Übersetzt von Anne Birkenhauer. Ein Mann zieht klagend um die Stadt, auf der Suche nach seinem toten Sohn. Einige Jahre nach dem Tod seines Sohns im Libanonkrieg legt David Grossman sein bisher persönlichstes Buch vor - Totenklage und Hymnus auf das Leben zugleich.

Jürgen Habermas „Nachmetaphysisches Denken II“
Suhrkamp Verlag (Berlin) 2012      
335 Seiten, 34,95 €, ISBN 978-3-518-58581-8
Jürgen Habermas schließt hier unmittelbar an seine weitsichtige Bemerkung von 1988 an, wonach die »Philosophie auch in ihrer nachmetaphysischen Gestalt Religion weder ersetzen noch verdrängen« kann, und erkundet etwa das neue Interesse der Philosophie an der Religion.

Peter Merseburger
Theodor Heuss. Der Bürger als Präsident.“
Deutsche Verlags-Anstalt (München) 2012
671 Seiten, 29.99 €, ISBN 3421044813,
Peter Merseburger zeichnet das Leben dieses Politikers und Friedenspreisträgers von 1959 nach, der seine Wurzeln im Kaiserreich hatte und die Brücke zur Bundesrepublik schlug. Heuss war Journalist, Schriftsteller, Intellektueller, ein klassischer Bildungsbürger. Seine Lebensgeschichte ist zugleich eine Politik-, Kultur- und Zeitgeschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert.

György Konrád    
„Europa und die Nationalstaaten – Essay“     
Suhrkamp Verlag (Berlin) 2013      
183 Seiten, 14,95 €, ISBN 978-3-518-42371-4
Übersetzt von Hans-Henning Paetzke. Seit der Befreiung von sowjetischer Zwangsintegration bitten die Politiker Osteuropas um Subventionen. Sobald sie aber mit den Regeln der Europäischen Union konfrontiert werden, klagen sie über Verletzungen ihrer Souveränität. Ist die absolute Mehrheit in ihren Ländern erst einmal errungen, vollziehen sich, einhergehend mit anti- oder scheindemokratischem Nationalismus und Führerkult, ein Systemwechsel und Ausbau des zentralistischen Parteistaates.

Siegfried Lenz „Amerikanisches Tagebuch 1962“
Hoffmann und Campe Verlag (Hamburg) 2012           
150 Seiten, 19,99 €, ISBN 9783455404227
Der junge Schriftsteller Siegfried Lenz war eingeladen, die amerikanische Demokratie kennenzulernen. Wie Martin Walser, Günter Grass, Ingeborg Bachmann oder Marcel Reich-Ranicki sollte auch er dem sich findenden Deutschland aus dem Land der Sieger Bericht erstatten. Lenz war von vielem begeistert, von der amerikanischen Literatur wusste er viel, ihr wollte er weiter auf die Spur kommen. Fast hätte er Faulkner noch getroffen. Es war sein Wunsch. Es hat nicht mehr sollen sein.

Liao Yiwu „Die Kugel und das Opium. Leben und Tod am Platz des Himmlischen Friedens“         
S. Fischer Verlag (Frankfurt am Main) 2012
432 Seiten, 24,99 €, ISBN 9783100448156
Übersetzt von Hans Peter Hoffmann. Liao Yiwu, der über das Massaker am Platz des Himmlischen Friedens ein Gedicht verfasste und dafür vier Jahre inhaftiert wurde, führte über Jahre hinweg heimlich Interviews mit Augenzeugen und Angehörigen der Opfer. Entstanden ist ein Zeugnis der unfassbaren Ereignisse vom 4. Juni 1989 und eine Verneigung vor den mutigen Menschen, die für ihre Überzeugungen mit ihrem Leben einstanden.

Amos Oz „Unter Freunden“  
Suhrkamp Verlag (Berlin) 2013      
216 Seiten, 18,95 €, ISBN: 978-3-518-42364-6
Übersetzt von Mirjam Pressler. Amos Oz tastet sich in den acht Erzählungen behutsam an seine Figuren heran, beobachtet sie, ihre Ängste, Hoffnungen und Sehnsüchte mit nüchternem Blick und mit großer Empathie. Jede dieser Geschichten ist ein literarisches Kleinod, alle zusammen ergeben sie ein Porträt einer großen Idee und einer ganz spezifischen Zeit.

Orhan Pamuk „Die Unschuld der Dinge“    
Carl Hanser Verlag (München) 2012             
264 Seiten, 34,00 €, ISBN 978-3-446-24057-5
Übersetzt von Gerhard Meier. 2012 wurde es endlich eröffnet - Orhan Pamuks „Museum der Unschuld“. Ausgehend von seinem großen Liebesroman gleichen Titels, in dem Gegenstände aus der Alltagskultur der Türkei eine prominente Rolle spielen, wird Pamuks Sammlung nun dauerhaft in der Istanbuler Altstadt ausgestellt. Seine einzigartigen Objekte beschreibt Pamuk in diesem Buch: Durch alte Postkarten und Filmplakate, Hunderte von hinreißenden Fotografien und skurrile Gegenstände lässt Pamuk das geliebte Istanbul seiner Jugend aufleben, das in der brummenden Metropole von heute aufgegangen ist.

Boualem Sansal    
„Maghreb - eine kleine Weltgeschichte“         
Berlin University Press (Berlin) 2012             
126 Seiten, 19,90 €, ISBN 9783862800414
Übersetzt von Regina Keil-Sagawe. Ein Bogen, der sich über vier Jahrtausende und Tausende von Meilen spannt, von den Quellen des Nils bis zu den Kanaren, immer den Berbern, der Urbevölkerung des Maghreb, auf der Spur. Und zugleich auf der Suche nach Neuorientierung für jene Region, in der der arabische Frühling seine ersten Jasminblüten trieb, und in der heute mehr denn je die Frage im Raum steht: Wer bin ich, will ich mich nicht länger nur als Araber und Muslim definieren? Sansal gewährt uns Einblick in eine mitunter so fremde wie fremdbestimmte Geschichte, die doch ebenso sehr die Geschichte Europas wie jene des Maghreb ist.

Boualem Sansal   
„Rue Darwin“  
Merlin Verlag (Vastorf) 2012           
261 Seiten, 24,90 €, ISBN 9783875363029
Übersetzt von Christiane Kayser. Im Zentrum dieser außergewöhnlichen Familiengeschichte steht die übermächtige Großmutter Lalla Sadia, genannt Djéda. Sie ist die Herrin des Bordells. Diesem blühenden Geschäft verdankt sie nicht zuletzt ihren Einfluss, der weit über die Grenzen des Ortes hinausreicht. In seinem wohl persönlichsten Roman erzählt Boualem Sansal zärtlich und voller Humor von Korruption, Elend und zunehmender Tristesse. Dabei zeichnet er ein farbenprächtiges Porträt des heutigen Algerien und seiner Bevölkerung.

Friedrich Schorlemmer
„Klar sehen und doch hoffen. Mein politisches Leben“
Aufbau Verlag (Berlin) 2012            
523 Seiten, 22,99 €, ISBN 9783351027506
Friedrich Schorlemmer vergewissert sich in dieser Autobiografie seiner Wurzeln und zeigt, wie man sich im Wandel treu bleiben kann. Hier spricht ein Pazifist, der zivile Alternativen bei der Lösung jeglicher Konflikte fordert. Ein Demokrat, dem die Freiheit des Individuums ebenso wichtig ist wie die Gleichheit aller Menschen Er erzählt von Freiheit inmitten der Enge, von der Suche nach lebensstiftendem Sinn angesichts einer früh erkannten gesellschaftlichen Sinnkrise.

Fritz Stern und Joschka Fischer        
„Gegen den Strom. Über Geschichte und Politik“
Verlag C.H. Beck (München) 2013 
224 SEITEN, 19,95 €, ISBN 978-3-406-64553-2
Zwei außergewöhnliche Freunde im Gespräch – Joschka Fischer, Außenminister außer Dienst und langjähriger Spitzenpolitiker der Grünen, hat sich im vergangenen Sommer mit Fritz Stern, dem amerikanischen Historiker deutscher Herkunft und Friedenspreisträger, im Wissenschaftskolleg zu Berlin getroffen, um über die Erfahrungen der Vergangenheit und die Herausforderungen der Gegenwart zu reden.                

Martin Walser      
„Über Rechtfertigung“ 
Rowohlt Verlag (Reinbek) 2012       
112 Seiten, 14,95 €, ISBN 9783498073817
Für Martin Walser ist das Buch der "Roman einer Gewissenserforschung, einer Suche nach Rechtfertigung", so wie Josef K. für ihn der letzte Romanheld ist, der das Fehlen von Rechtfertigung als Drama erlebt und daran zugrunde geht. Demgegenüber leben wir seit langem ohne das Bedürfnis nach Rechtfertigung, ja ohne auch nur die Frage danach. Rechtfertigung wird ersetzt durch Rechthaben. Dass uns recht zu haben genügt, nennt Martin Walser eine Verarmung.

Martin Walser      
„Meßmers Momente“  
Rowohlt Verlag (Reinbek) 2013       
112 Seiten, 14,95 €, ISBN 978-3-498-07383-1
Meßmers Momente sind Augenblicke, die bemerkenswert sind – wegen ihrer Schwere. Sie leben vom Selbstausdruck mit jedem Risiko, und genau dieses Risiko birgt auch die Schönheitschance, die Erlösung. Je dunkler seine Stimmung ist, desto heller leuchtet, was dieser Meßmer durchs In-Worte-Kleiden daraus macht. Und tatsächlich, Meßmers Momente sind ein Balanceakt: schwebende Momente der Schwere, leuchtende Momente des Dunklen, durch sprachlichen Ausdruck zum Funkeln gebrachte Düsternis. Hier, nur scheinbar verborgen hinter dem Namen Meßmer, zeigt sich ein Ich im Widerstreit zwischen Welterkundung und Subjektivität, Wirklichkeit und Wunsch.