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Seyla Benhabib hält Laudatio auf Carolin Emcke

Die Philosophin Seyla Benhabib hält die Laudatio auf Carolin Emcke, die in diesem Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt wird. Die Verleihung findet während der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, 23. Oktober 2016, um 10.45 Uhr in der Frankfurter Paulskirche statt und wird live im Fernsehen übertragen.


Seyla Benhabib
© Bettina Strauss

Seyla Benhabib, geboren am 9. September 1950 in Istanbul, lebt und lehrt in den Vereinigten Staaten. In ihrer Forschung setzt sie sich vor allem mit Hannah Arendt, der kritischen Politischen Theorie und der feministischen Theorie sowie mit Migration und Minderheiten auseinander.

Im Anschluss an das Studium der Philosophie und Ideengeschichte in Istanbul und an der Brandeis University promovierte sie 1977 in Yale über die hegelsche Rechtsphilosophie. Nach einem Aufenthalt in Deutschland von 1979 bis 1981 als Alexander-von-Humboldt-Stipendiatin bei Jürgen Habermas am Max-Planck-Institut in Starnberg und an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main übernahm sie verschiedene Assistenzprofessuren an renommierten Universitäten in den USA. 1991 erhielt Benhabib die Professur für Politische Wissenschaften und Philosophie an der New School for Social Research in New York und lehrte von 1993 bis 2000 als Professorin für Politische Theorie an der Harvard University. 2001 wurde sie auf die Eugene-Meyer-Professur für Politikwissenschaft und Philosophie an die Yale University berufen, wo sie bis heute tätig ist.

Ihr Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt – darunter die auf Deutsch veröffentlichten Bücher »Kritik, Norm und Utopie. Die normativen Grundlagen der Kritischen Theorie« (S. Fischer 1992), »Der Streit um Differenz. Feminismus und Postmoderne in der Gegenwart« (S. Fischer 1993, herausgegeben u.a. mit Judith Butler), »Kulturelle Vielfalt und demokratische Gleichheit. Politische Partizipation im Zeitalter der Globalisierung« (S. Fischer 1999), »Hannah Arendt – Die melancholische Denkerin der Moderne« (Suhrkamp 2006), »Die Rechte der Anderen« (Suhrkamp 2008), »Gleichheit und Differenz. Die Würde des Menschen und die Souveränitätsansprüche der Völker« (Mohr Siebeck, 2013) sowie der zusammen mit Robert Post herausgegebene Band »Kosmopolitismus und Demokratie. Eine Debatte« (Campus 2008).

Neben den Ehrendoktorwürden von Universitäten in Utrecht, Valencia und Istanbul wurde Seyla Benhabib unter anderem mit dem Ernst-Bloch-Preis (2009) und dem Tübinger Dr.-Leopold-Lucas-Preis (2012) ausgezeichnet. 2014 erhielt sie mit dem Meister-Eckhart-Preis einen der renommiertesten Philosophiepreise in Deutschland als Würdigung ihrer Studien zur Bedeutung sich wandelnder Identitäten unter den Vorzeichen von Globalisierung und Migration. Im November 2016 erscheint ihr nächstes Buch »Kosmopolitismus ohne Illusionen. Menschenrechte in unruhigen Zeiten« im Suhrkamp Verlag.